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Wärmeschild für „Regionale Klimaschutz-Allianz“ übergeben

Möckenau.
Am Samstag, den 9. September 2017, folgten rund 600 Interessierte – zahlreiche Wärmeabnehmer, Lieferanten, Kunden und die Bewohner der Gemeinde Oberdachstetten und der Ortsteile – der Einladung der Familie Nürnberger auf den Hof und die Biogasanlage im mittelfränkischen Möckenau. Trotz durchwachsener Witterung war das Interesse der Bevölkerung sehr groß und die Gäste nutzten die Gelegenheit, sich mit dem Anlagenbetreiber und den anderen Besuchern auszutauschen, sich Führungen über die Biogasanlage anzuschließen und sich über das Wärmenetz zu informieren, sich den Milchviehbetrieb anzusehen oder einfach gemütlich in der Halle etwas zu essen und zu trinken.

Um 17 Uhr eröffnete der Hausherr Armin Nürnberger den offiziellen Teil und begrüßte alle Besucher sowie die Ehrengäste. Ausdrücklich begrüßt wurden auch die Wärmeabnehmer aus Mitteldachstetten, Möckenau und Hohenau, Verpächter und Futterlieferanten und alle Landwirte und die Bevölkerung. Im Anschluss übergab Nürnberger das Wort.

Ekkehard Schwarz, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Ansbach, betonte, dass Hoffeste wie dieses eine gute Gelegenheit sind, um die Bevölkerung „hinter die Kulissen“ schauen zu lassen. Gerade in Ansbach – einem der stärksten Landkreise im Biogasbereich – bietet sich das an. Im gesamten Landkreis Ansbach gibt es fast 200 Biogas-Anlagen. Damit ist er der anlagenstärkste Landkreis in Deutschland. Diese Entwicklung wurde sicher auch durch Triesdorf gefördert.

Markus Bäuml, Regionalreferent vom Fachverband Biogas.e.V., verwies zu Beginn seines Grußwortes auf die katastrophalen Wirbelstürme, die in den USA derzeit wieder Existenzen und Menschenleben zerstörten. Aber man müsse gar nicht so weit reisen, denn auch in der Nachbarschaft, wie zum Beispiel in Flachslanden im letzten Jahr, sieht man schon die Auswirkungen des Klimawandels. Nun sei es an der Politik, auch die Umsetzung und die Einhaltung der Klimaziele zu garantieren.

Die Zusammenarbeit von Möck Biogas und der Gemeinde Oberdachstetten bezeichnete Bäuml als „Regionale Klimaschutz-Allianz“. Die Biogasanlage Möck Biogas GmbH & Co. KG versorgt nämlich über das Wärmenetz Möckenau den kompletten Ortsteil Möckenau und über das Wärmenetz Mitteldachstetten 23 Haushalte – unter anderem das Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“, das kostenlos mit Wärme beliefert wird. Über ein bestehendes Ortswärmenetz werden zudem in Hohenau ein Landwirtschaftsbetrieb sowie ein Gasthaus mit Mietwohnungen und zwei weitere Hausanschlüsse versorgt. Bäuml gratulierte allen Haushalten, die an das von der Biogasanlage versorgte Wärmenetz angeschlossenen sind, zu ihrer Entscheidung, an diesem Projekt mitzuwirken. Im Rahmen einer Ausschreibung hat die Möck Biogas mit Geschäftsführer Armin Nürnberger ein Wärmschild „gewonnen“, das der Fachverband Biogas an besonders nachhaltige Wärmekonzepte – so wie hier in Möckenau – vergibt. Das Wärmeschild wurde am Tag der offenen Tür an die Gemeinde übergeben und wird an der „Alten Schule“ in Mitteldachstetten aufgehängt, um dort Bürger über die Nutzung nachhaltiger Biogaswärme zu informieren.

Der zweite Bürgermeister von Oberdachstetten, Fritz Moßmeyer, fügte beim Empfang des Schildes hinzu, dass die Gemeinde Oberdachstetten über das „Amt für ländliche Entwicklung“ im Oktober die Staatsmedaille für die Renovierung des alten Steinbrecher-Hauses erhalten wird. Dieses Gebäude, das als Haus der Vereine genutzt wird, wird von Armin Nürnberger seit dem Bau des Wärmenetzes kostenlos mit Energie versorgt.

Marco Meier, Direktkandidat der Freien Wähler für den Bundestag, bezeichnete in seinem Grußwort die Energiewende als große Herausforderung und als Generationenprojekt. „Wir alle wollen auf die Nutzung von fossilen Energien und der Kernenergie verzichten, den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringen und dabei eine sichere und regionale Versorgung sichern“, so Meier. Durch die Biogasanlage in Möckenau werden rund 1.300 Haushalte mit Strom versorgt und weitere Haushalte mit Wärme. Alle Anlagenbetreiber sind gefragt, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Aber auch politische Mandatsträger sind gefordert, die Energiewende vor der Haustüre voranzutreiben.

Im Anschluss an die Grußworte bedankte sich Armin Nürnberger noch bei allen Helfern, ohne die ein Fest wie dieses nicht möglich wäre, und verteilte zudem noch kleine Wärmeschilder an die Bewohner, die diese an ihren Hausfassaden anbringen können, um zu zeigen: „Wir heizen mit Biogaswärme“. Unter allen angeschlossenen Haushalten wird „Eine Woche Gratis Wärme“ im Zeitraum vom 24.-31.12.2017 verlost. Einzige Bedingung: Es muss ein Foto vom montierten Schild eingesendet werden.