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Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) formell verabschiedet

Fachverband Biogas sieht Chancen, aber auch Schwächen in den neuen europäischen Rahmenrichtlinien

Freising. Anfang Dezember haben die Mitgliedstaaten im Rat der Europäischen Union der Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II), der Governance-Verordnung und der Energieeffizienz-Richtlinie zugestimmt. Der Fachverband Biogas begrüßt das in der RED II festgeschriebene Ziel, bis 2030 den Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 32 Prozent zu steigern. „Das ist zumindest besser als die ursprünglich von der Kommission vorgeschlagenen 27 Prozent“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Generell bemängelt der Fachverband Biogas aber das Fehlen verbindlicher nationaler Unterziele für die Mitgliedstaaten.

Speziell im Verkehrssektor ist noch viel Luft nach oben. „Ein Anteil von 14 Prozent an regenerativen Kraftstoffen bis 2030 ist nicht sehr ambitioniert", kritisiert der Geschäftsführer. Durch die Mehrfachanrechnung für Erneuerbare Energien blieben die tatsächlichen Produktionsniveaus weiterhin viel zu niedrig, die Treibhausgase würden damit kaum gesenkt. „Damit sind die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens nicht zu erreichen“, befürchtet da Costa Gomez.

Grundsätzlich müsse man angesichts der Vorverhandlungen aber zufrieden sein, dass es überhaupt ein Sektorziel für den Verkehr gibt und dass erstmals verbindliche Unterquoten für Biokraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen festgelegt wurden. „Bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht müssten diese aber noch angehoben werden“, fordert da Costa Gomez.

Für Biogasanlagen sind die Anforderungen an die Treibhausgasminimierung in der RED II gestiegen. Erstmals müssen auch Neuanlagen zur Strom- und Wärmeproduktion Einsparungen nachweisen. Der Fachverband Biogas begrüßt grundsätzlich Anforderungen an den Nachweis von Nachhaltigkeitskriterien, fordert aber auch eine rasche Klärung der nach wie vor ungelösten methodischen Fragen sowie Standardwerte für verschiedene Einsatzstoffe, ohne die der Berechnungsaufwand sehr hoch ist.

In der Landwirtschaft sollten künftig auch die bereits im Greening aufgenommene Durchwachsene Silphie und Honigpflanzen als fortschrittliche Substrate mit in den Anhang IX der Richtlinie aufgenommen werden, fordert der Fachverband. Damit würden europäische Regelungen besser harmonisiert. Zudem würde es die Biodiversität auf den Feldern erhöhen und es könnten wertvolle Habitate für Bienen, andere Insekten und Kleinlebewesen geschaffen werden. Der Fachverband Biogas will sich dafür einsetzen, dass bei der Überarbeitung des Anhangs diese Pflanzen mit auf die Liste gesetzt werden.

Die Methodik der Treibhausgasbilanzierung bei Gülle wurde in der RED II auf den neuesten Stand gebracht und die vermiedenen Gülleemissionen durch die Vergärung bestätigt. „Dadurch wird endlich anerkannt, dass Biogasanlagen mit der Vergärung von Gülle einen signifikanten Beitrag zur Treibhausgasreduzierung leisten“, erklärt der Hauptgeschäftsführer. Auch für Mais gibt es einen neuen Standardwert. Leider fehle dieser immer noch für den Anbau von Gras, Zuckerrüben oder Ganzpflanzensilage.

„Alles in allem bietet die RED II Chancen und Herausforderungen für den Biogassektor“, fasst da Costa Gomez zusammen. „Mit Blick auf die dramatische Entwicklung beim Klimawandel ist sie aber leider nicht ehrgeizig genug.“

Mit der ebenfalls verabschiedeten Governance-Verordnung werden die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, bis Ende 2019 nationale Energie- und Klimapläne für die Zeit bis 2030 vorzulegen sowie Langfriststrategien zum Klimaschutz zu entwickeln. Deutschland hat mit dem Klimaschutzplan 2050 bereits eine solche Langfriststrategie für den Klimaschutz beschlossen.

Bei der Neufassung der Energieeffizienz-Richtlinie hat der Rat der EU den ursprünglichen Vorschlag der Kommission zur Energieeinsparung von 30 auf 32,5 Prozent bis 2030 gegenüber dem Trend festgelegt. „Um wirklich voranzukommen mit dem Klimaschutz brauchen wir mehr Erneuerbare Energien in allen Bereichen“, betont da Costa Gomez – und fordert bessere und konsequentere Maßnahmen zum Bau regenerativer Kraftwerke.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.

Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit über 4.700 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber. www.biogas.org





Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61 / 98 46 63
Mail: andrea.horbelt@biogas.org
Fachverband Biogas e.V.
Mareike Fischer
Fachreferentin Politische Kommunikation und International
Tel. 030 / 27 58 179 22
Mail: mareike.fischer@biogas.org