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Biogas verbindet Klima- und Artenschutz

Nürnberg.

Fachverband Biogas e.V. sieht positive Ansätze, aber auch viel Handlungsbedarf für das Gelingen der Klima- und Agrarwende

Auf der heutigen Pressekonferenz im Rahmen der BIOGAS Convention & Trade Fair zieht der Fachverband Biogas e.V. eine insgesamt positive Bilanz des Jahres 2019 und blickt erwartungsvoll auf das kommende Jahr.

Drei entscheidende Ereignisse hob der Präsident des Fachverbandes Biogas, Horst Seide, aus dem zu Ende gehenden Jahr hervor: den Dialogprozess „Gas 2030“, das Klimapaket und den Agrargipfel. Die Biogasbranche sieht er an der Schnittstelle dieser Bereiche. „Wir sind Problemlöser sowohl beim Klimaschutz als auch für die Landwirtschaft“, konstatierte der Verbandspräsident.

Die wichtigste Weichenstellung des Jahres 2019 sei das politische Bekenntnis der Bundesregierung zu Biogas im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 gewesen. „In Berlin hat man endlich realisiert, dass das Ziel, 65 Prozent des Strombedarfs bis 2030 aus erneuerbaren Quellen zu decken, nur mit Biogas zu erreichen ist“, unterstrich Seide. Dafür müsse der Beitrag von Biogas zur Stromversorgung auf dem aktuellen Niveau erhalten werden. Dies sei für die Betreiber von Biogasanlagen, aber auch für die Firmen ein sehr wichtiges Signal gewesen. Denn im kommenden Jahr endet für die ersten Anlagen der EEG-Vergütungszeitraum nach 20 Jahren und es droht der Rückbau funktionstüchtiger Anlagen. „Wenn 2020 nicht gehandelt wird, kann es danach für viele Betreiber zu spät sein“, mahnte Seide.

Eine Perspektive jenseits der Verstromung sieht der Fachverband Biogas in der Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und der anschließenden Einspeisung in das Gasnetz. Mit dem Dialogprozess „Gas 2030“ sei hier eine Tür geöffnet worden. „Die Idee des Ministeriums, einen eigenen Prozess für Biomethan zu starten, war genau richtig“, erklärte der Verbandspräsident.

Als weiteres wichtiges Signal für die Biogasbranche wertete er auch den Agrargipfel, der als Reaktion auf die Demonstration tausender Landwirte Anfang Dezember in Berlin stattgefunden hat. „Die Bauern befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie“, erklärte Seide, selbst Landwirt und Biogasanlagen-Betreiber. Einen Lösungsansatz sieht er in der Nutzung von Biogas: Artenreiche Blühflächen, die am Ende des Sommers in Biogasanlagen vergoren und zu Strom und Wärme umgewandelt werden, könnten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und damit auch zum Schutz der Insekten darstellen. Viele Landwirte wären bereit zur Nutzungsänderung ihrer Flächen; versicherte Seide; den finanziellen Anreiz hierzu müsse aber die Politik setzen. Darüber hinaus ließen sich durch die konsequente Vergärung der in den Ställen anfallenden Gülle über sieben Millionen Tonnen CO
2-Emissionen einsparen.

„Für all diese Potenziale muss die Bundesregierung jetzt aber den Worten auch Taten folgen lassen“, forderte Seide. „2019 wurde die Saat gelegt – 2020 muss dafür gesorgt werden, dass diese auch aufgehen kann.“ Im kommenden Jahr müsse daher das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) dringend novelliert werden und Rahmenbedingungen geschaffen, um die Ziele der Bundesregierung umzusetzen. Dazu gehören neue Regelungen zur Güllevergärung genauso wie die Anpassung der Ausschreibungsvolumina und der Gebotshöchstwerte. Darüber hinaus sei es essentiell, den Gasdialog weiter zu führen und auszubauen und damit die Potenziale von Biogas als heimisches, kurzfristig verfügbares und kostengünstiges grünes Gas zu heben.

„Um den deutschen Biogasmarkt zu erhalten wird 2020 ein ganz entscheidendes Jahr“, ergänzte Präsidiumsmitglied Christoph Spurk. Aktuell könnten sich viele deutsche Unternehmen nur noch am Markt halten, weil der Auslandsmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnt, allen voran Frankreich. Auf Dauer sei dies aber ohne eigenen Heimatmarkt keine tragfähige Basis, mahnte Spurk. Mit Blick auf das kommende Jahr forderte er deshalb „eine verlässliche und langfristige Grundlage für die künftige Biogasnutzung in Deutschland“.


Die 29. BIOGAS Convention & Trade Fair ist vom 10.-12.12.2019 in Nürnberg zu Gast.
Die großen Themen Flexibilität, Biomethan und Gülleverwertung stehen im Mittelpunkt der Tagung 2019. Sowohl im Hauptprogramm mit seinen Panels und Workshops, als auch im Ausstellerforum spiegelt sich die Bedeutung dieser Themen für die Branche wieder. Daneben wird die politische Zukunft für die Erneuerbaren Energien intensiv diskutiert. Neben diesen Schwerpunkten werden auch die „Klassiker“ Sicherheit, EEG, Instandhaltung und Düngeverordnung präsentiert.
Im englischsprachigen Programm wird ein Blick in andere Länder geworfen, die entweder bereits einen aktiven Biogasmarkt haben oder dabei sind, diesen zu entwickeln.
www.biogas-convention.com


Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit über 4.700 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber.
www.biogas.org

Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61/98 46 63
Mail: presse@biogas.org
Fachverband Biogas e.V.
Mareike Fischer
Fachreferentin Politische Kommunikation
Tel. 030 / 27 58 179 22
Mail: presse@biogas.org