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Klimafreundlich zur Klimakonferenz

Freising.

+++ Fachverband Biogas fährt mit Biogas-Bus von München zur COP23 nach Bonn +++ Klimaschutz muss endlich auch auf der Straße stattfinden +++ 90 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen mit Biomethan im Tank +++

In knapp zwei Wochen beginnt in Bonn die 23. Klimakonferenz (COP23). Bis zu 25.000 Teilnehmer aus aller Welt werden vom 6. bis 17. November darüber diskutieren, wie das Klima geschützt und unserer Umwelt bewahrt werden kann. „Bei der Diskussion und den Bemühungen, den Klimawandel zu stoppen, wird der Verkehrssektor allzu oft nur stiefmütterlich behandelt“, kritisiert der Präsident des Fachverbandes Biogas, Horst Seide. „Hier ist noch viel Luft nach oben.“

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen fährt der Fachverband Biogas im Vorfeld der Konferenz mit seinem Biogas-Bus von München über Augsburg und Frankfurt nach Bonn. Betankt wird der Bus mit zu Biomethan aufbereitetem Biogas. „Mit Biomethan im Tank sparen wir bis zu 90 Prozent der Treibhausgase ein, die ein vergleichbarer Benziner emittieren würde“, erklärt Seide. Jedes CNG-Fahrzeug kann Biomethan tanken. „Und der Kraftstoff steht heute schon zur Verfügung, er ist praxistauglich - und mit einer Tankfüllung für rund 20 Euro kommt man etwa 400 Kilometer weit.“

Die Tour startet in Pliening bei München, wo Deutschlands erste Biogas-Aufbereitungsanlage im Jahr 2006 in Betrieb gegangen ist. Sie ist eine von aktuell knapp 200 Anlagen dieser Art in Deutschland. „Dass gerade mal 200 der über 9.000 deutschen Biogasanlagen ihr Gas aufbereiten und ins Gasnetz einspeisen zeigt, dass hier einiges im Argen liegt“, verdeutlicht Seide.

Von München fährt der Biogas-Bus nach Augsburg. In der Fuggerstadt wird seit sechs Jahren die gesamte Busflotte der Stadtwerke Augsburg mit Biomethan betankt. „Ein vorbildliches Projekt, das zeigt, was möglich ist“, betont Seide. Auf dem darauf folgenden Stopp in Frankfurt thematisiert der Fachverband Biogas die aktuelle Situation im Personennahverkehr. „Von den rund 900 CNG-Tankstellen in Deutschland bieten etwa 125 reines Biomethan an. Weitere 100 haben einen Anteil zwischen 10 und 90 Prozent Biomethan dem Erdgas beigemischt“, sagt Seide.

Bei insgesamt circa 14.500 Tankstellen im gesamten Bundesgebiet bedeutet das, dass nur an jeder 17. Tankstelle CNG getankt werden kann. Eine von Volkswagen angestoßene CNG-Offensive verfolgt das Ziel, bis 2025 die Zahl dieser Tankstellen auf 2.000 zu erhöhen und die Zahl der CNG-Pkw von heute rund 100.000 auf dann eine Millionen zu verzehnfachen. Der Autobauer reagiert damit auf die ab 2020 geltenden THG-Grenzwert, die einen durchschnittlichen Ausstoß von 95 Gramm CO
2 pro 100 Kilometer vorschreiben. „Die neuen Grenzwerte bedeuten für die Biogasbranche potenziell neue Absatzmärkte im Bereich der Mobilität“, kommentiert der Fachverbands-Präsident die Entwicklung.

Um die Frage „Wie sieht der Weg in eine CO2-freie Mobilität aus?“ geht es in der Podiumsdiskussion am Abend des 3.11. im Bonner Gustav-Stresemann-Institut. Neben Horst Seide wird der Vorsitzende des Bundesverbandes BioEnergie und MdB Artur Auernhammer, der Leiter der Einheit Gastechnologien und Energiesysteme beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs (dvgw), Alfred Klees, der Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW, Reiner Priggen, und der Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, Raimund Nowak, über diese Frage diskutieren. Die öffentliche Veranstaltung wird moderiert von Dr. Frank Köster, Energieagentur NRW, Leiter des Netzwerks „Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft im Cluster „EnergieRegion.NRW““.

„Ohne ein starkes Absenken der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor ist der Klimaschutz zum Scheitern verurteilt“, mahnt Horst Seide mit Blick auf die Klimakonferenz. In den vergangenen Jahren sind die Klimagasemissionen auf der Straße gestiegen anstatt zu fallen. Das gilt für Deutschland ebenso wie für die EU. „Biomethan für die Mobilität kann kurzfristig helfen, die Emissionen zu senken. Das ist heute schnell und wirkungsvoll im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs oder bei Flotten im Lieferverkehr umzusetzen“, erklärt Seide.

Und das Potenzial ist groß. In vielen Regionen weltweit werden vergärbare Bioabfälle noch immer nicht energetisch genutzt. „Gerade in den großen Metropolen dieser Welt könnte Biomethan als Teil einer umfassenden Verkehrswende für saubere und nachhaltige Mobilität sehr schnell eine tragende Rolle übernehmen“, unterstreicht der Präsident
. „Das wollen wir mit dieser Tour zur Klimakonferenz verdeutlichen.“


Hier erfahren Sie alles Wissenswerte und Aktuelle zur COP23-Tour.
Sie sind herzlich eingeladen, uns auf unserer Fahrt nach Bonn zu begleiten und an den verschiedenen Stationen teilzunehmen.

Ab heute zeigt eine
Klimauhr auf der Seite www.biogas.org die durch Biogasanlagen seit 1992 (Gründungsjahr des Fachverbandes Biogas) eingesparten Tonnen CO2.


Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit rund 4.800 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogasbranche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber.
Dipl.-Ing. Andrea Horbelt
Dipl.-Ing. Andrea Horbelt
Telefon: 0049 8161 / 984660
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Alexander Knebel
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