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AHK-Geschäftsreise: Bioenergie aus biogenen Rest- und Abfallstoffen in Bosnien und Herzegowina

AHK-Geschäftsreise

Sarajevo.
Im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie organisiert eclareon gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina vom 23. – 27.10.2017 eine AHK-Geschäftsreise zum Thema: „Bioenergie aus biogenen Rest- und Abfallstoffen“.

Die Exportinitiative Energie unterstützt Unternehmen im Bereich der Bioenergietechnologien mit dieser AHK-Geschäftsreise bei der Erkundung und Erschließung des Marktes. Für Dienstag, den 24.10.2017 ist eine Präsentationsveranstaltung in Sarajevo geplant, die anderen Tage sind für individuelle Gesprächstermine im Land vorgesehen. Die Reise bietet die Chance, sich vor Ort über aktuelle Markttendenzen zu informieren und erste Kontakte zu möglichen Kunden, Partnern und zu Entscheidern aus Politik und Wirtschaft herzustellen.

In den folgenden Bereichen bestehen sehr gute Absatzchancen für deutsche Unternehmen vor Ort:

• Anlagen zur Verwertung von fester Biomasse, wie Biomassekessel und Pelletproduktion
• Anlagen zur Nutzung von biogenen Rest- und Abfallstoffen, insbesondere aus der Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft, auch für Agrobiomasse (Reste aus Weinherstellung, Stroh, Heu, Getreideabfälle)
• Produzenten von Maschinen und Komponenten, wie Pelletpressen, Einspeisesysteme, Trocknungs- und Siloanlagen, Mühlen, Chipper-/Zerkleinerungsmaschinen, Transporter, Förderbänder, Dosieranlagen, Schnecken, sowie Pelletier- und Brikettiersystemen
• Anbieter und Lieferanten von schlüsselfertigen Anlagen zur Verwertung von Deponiegasen
• Produzenten von mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen
• Anaerobe Biomüllvergärungsanlagen und erforderliche Komponenten
• Anbieter von BHKWs und Nahwärmeversorgungskonzepten
• Dienstleistungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Planung, Service und Zertifizierung

Im Bereich Biomasse und Bioenergie bietet Bosnien und Herzegowina ein sehr großes, noch unerschlossenes Potential. Ausbauziele der Regierung sind eine Erhöhung des EE-Anteils bis 2020 für Strom von 50,3% auf 56,9% und für Heizung und Kühlung von 43,3% auf 52,4 %. Aufgrund einer natürlichen und vielfältigen Struktur wird erwartet, dass Holz ein Schlüsselrohstoff der bosnisch-herzegowinischen Entwicklung sein wird. Laut aktuellen Analysen und Statistiken betragen die Waldbestände 435 Mio. m³, entsprechend 201m³/ha.

Chancen für deutsche Unternehmen bieten sich besonders in den Bereichen Kraft-Wärme-Kopplung, nachwachsende Rohstoffe und für Hersteller von energieeffizienten und emissionsarmen Biomasse-Brennern und -Kesseln. Das Ziel ist es vermehrt Biomasse in den Fernwärmesystemen und in der industriellen Prozesswärme zu nutzen. Die Versorgung mit Fernwärme nimmt den Großteil der Wärmeerzeugung in Bosnien und Herzegowina ein. Insgesamt verfügen 22 Städte über ein Fernwärmesystem. Gerade in größeren städtischen Zentren, mit Nähe zu Industrie und thermischen Kraftwerken, wird Fernwärme zu einem signifikanten Teil verwendet. Betreiber von Stromerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien haben gegenüber den Netzbetreibern einen Anspruch auf Anschluss ihrer Anlage und für die Nutzung erneuerbarer Quellen für die Stromerzeugung ist landesweit ein Fördermechanismus vorgesehen.

Neben Fernwärme nimmt die individuelle Wärmeerzeugung mit Biomasse eine wichtige Rolle ein. Laut des Statistikbüros von Bosnien und Herzegowina nimmt Biomasse mit 70% den größten Anteil der Eigenversorgung ein. Moderne Wärmesysteme und KWK-Anlagen können in diesem Zusammenhang ebenfalls den Markt erschließen, um die z.T. veralteten Brennöfen zu ersetzen.