Mehr als 90 Prozent der bayerischen Biogasanlagen liegen im Leistungsbereich unter 500 kW (Kilowatt). Ein gutes Drittel ist kleiner als 150 kW. Letztere profitieren maßgeblich von dem mit dem EEG 2009 eingeführten Gülle-Bonus, der bei einem Einsatz von mindestens 30 Prozent Gülle im Fermenter eine zusätzliche Vergütung von vier Cent je Kilowattstunde garantiert. Darüber hinaus speisen sieben Biogasanlagen in Bayern ihr aufbereitetes Biomethan direkt in das Erdgasnetz ein.
Für den Flächenstaat Bayern bietet die Biogasnutzung eine hervorragende Option für eine klimafreundliche und autarke Energieversorgung mit Strom, Wärme und Kraftstoff. Neben Gülle, Koppelprodukten und biogenen Abfällen stehen in Bayern mehr als zwei Millionen Hektar Ackerfläche zur Verfügung. Davon wurden im Jahr 2009 auf knapp 450.000 Hektar Mais angebaut, wovon allerdings weniger als 100.000 Hektar zur Vergärung in Biogasanlagen genutzt wurden. Langfristig wird sowohl in Deutschland als auch in Bayern mehr Fläche für den Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung stehen, ohne dass die Versorgung mit Lebensmitteln gefährdet würde. Durch Anbau- und Züchtungsfortschritte lassen sich die Erträge pro Hektar weiter steigern – und die Anbaufläche für Energiepflanzen bis zum Jahr 2020 vervierfachen.
„Dabei ist der nachhaltige und umweltverträgliche Anbau natürlich von besonderer Relevanz“, betont der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V., Dr. Claudius da Costa Gomez. In zahlreichen Instituten und Forschungseinrichtungen wird nach Alternativen zur bislang noch dominierenden Energiepflanze Mais geforscht. Und schon heute nehmen viele Anlagenbetreiber an dem vom Fachverband Biogas initiierten Projekt „Farbe ins Feld“ (FiF) teil und pflanzen Blühstreifen im oder am Rand der Energiepflanzenfelder, um die Biodiversität zu erhöhen und Lebensräume für Wildtiere zu sichern. Infos hierzu unter: www.farbe-ins-feld.de