Fachverband Biogas e.V.
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Pressemitteilung 02/2010: Grüne Woche in Berlin: Fachverband Biogas zieht Bilanz

Berlin 22.01.2010.
Vor einer Woche öffnete die 75. Internationale Grüne Woche in Berlin ihre Tore für Besucher. Neben dem Stand des Fachverbandes Biogas e.V. in Halle 4.2 können sich die BesucherInnen an vielen weiteren Ständen und gleich in mehreren Messe-Hallen über das Thema Biogas informieren. „Wir sehen es sehr positiv, dass nun auch andere Verbände, Firmen und Organisationen den Erneuerbaren Energieträger Biogas für sich entdeckt haben“, zeigt sich Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas, zufrieden. Seit 1992 vertritt der Fachverband Biogas die Interessen nahezu aller Biogasfirmen und zahlreicher Biogasanlagenbetreiber in Deutschland. „Vor 18 Jahren war Biogas ein absolutes Nischenthema. Mittlerweile hat sich das geändert. Viele Akteure haben die vielen Vorteile von Biogas erkannt“, so Pellmeyer. Neben zahlreichen weiteren Politikern informierte sich auch der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Herr Hans-Michael Goldmann (FDP), mit Mitgliedern seines Ausschusses am Stand des Fachverbandes über aktuelle Biogasthemen.


Biogas hat sich als wahrer Alleskönner entpuppt. Neben Strom und Wärme kann Biogas auch als Kraftstoff in gasgetriebenen Fahrzeugen dienen und Erdgas in industriellen Prozessen ersetzen. Dabei sind zur Biogaserzeugung Technologien erforderlich, die auch in vielen anderen Ländern der Erde, wo Biomasse zur Verfügung steht, eingesetzt werden können. Damit bestehen noch riesige Exportpotenziale für deutsche Biogasfirmen. Die Biogasindustrie in Deutschland ist weltweit führend und hat bereits zahlreiche Exportländer mit Biogastechnik beliefert. Die Exportquote liegt derzeit bei rund 30 Prozent, Tendenz steigend.

Der Fachverband Biogas steht für eine Biogaserzeugung, die an den jeweiligen Standort und die landwirtschaftlichen Strukturen angepasst ist. Die Vorteile der dezentralen Biogaserzeugung liegen auf der Hand: geringe Transportentfernungen für die Biomasse, geschlossene Nährstoffkreisläufe, regionale Wertschöpfung sowie Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen insbesondere in ländlichen Regionen. Für viele Landwirtschaftsbetriebe ist die Erzeugung von Erneuerbarem Strom und Erneuerbarer Wärme aus Biogas ein wichtiger Pfeiler im harten Existenzkampf geworden.

Insbesondere die Nutzung der anfallenden Gülle auf Vieh haltenden Höfen bringt mehrfachen Zusatznutzen auch unter Klimaschutzaspekten: das bei der offenen Lagerung von Gülle entweichende Methan gelangt bei Betrieben mit Biogasanlage nicht in die Luft, sondern es wird im geschlossenen System zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Die Vergärung der Gülle in der Biogasanlage macht die in ihr enthaltenen Nährstoffe besser verfügbar für Pflanzen. So stellt der Gärrest einen wertvollen biologischen Dünger dar, der bei seiner Ausbringung wesentlich weniger riecht als normale Gülle.

„Dabei macht es aus unserer Sicht aufgrund der geringen Wirtschaftlichkeit keinen Sinn, die Gülle über weite Entfernungen zu transportieren. An jeden größeren Viehhaltungsbetrieb oder an jede Gruppe von nahe gelegenen Höfen gehört eine Biogasanlage, um die Vorteile der Dezentralität zu nutzen,“ beschreibt Präsident Pellmeyer die Vorstellungen des Verbandes. Eine standortangepasste Biogasanlage kann dabei in den neuen Bundesländern mit den dortigen Agrarstrukturen durchaus eine Größe von drei bis vier Megawatt elektrische Leistung haben.

Beim wichtigen Thema Biogaseinspeisung ist es Ziel des Fachverbandes, dass auch die Landwirte an der Wertschöpfung teilhaben. Abhängigkeitsverhältnisse, die aus der Vergangenheit nur zu gut aus dem Bereich der Molkereien und Lebensmittelproduzenten bekannt sind, dürfen sich nun nicht wiederholen. Vielen Landwirten ist die reine Biomasseproduktion heute zu wenig. Sie möchten selbst mit dem regenerativen Energieträger Biogas Geld verdienen. Um dies bei der Biogaseinspeisung zu gewährleisten, fordert der Fachverband Biogas ein Erneuerbares-Gas-Einspeisegesetz (EGE). Es soll auch Biogasanlagen kleiner und mittlerer Größe ermöglichen, die vielen Chancen der Biogaseinspeisung zu nutzen. Das Marktsegment darf nicht alleine den Unternehmen der fossilen Energiewirtschaft vorbehalten bleiben. Trotz der in der Theorie guten Regelungen der Gasnetzzugangsverordnung sieht es in der Praxis für viele landwirtschaftliche Biogas­einspeiseprojekte nicht so erfreulich aus.

Es gibt aber auch gute Kooperationsbeispiele zwischen Landwirtschaft und beispielsweise Stadtwerken mit Beteiligung der Landwirte. Diese Projekte nutzen die gemeinsamen Vorteile der dezentralen landwirtschaftlichen Biogaserzeugung und der Energienetz-Infrastruktur des regionalen oder kommunalen Energieversorgers.

Die Internationale Grüne Woche 2010 hat ihre Tore noch bis zum Sonntag, den 24.01.2010, geöffnet.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.

Der Fachverband Biogas e.V. ist mit rund 3.700 Mitgliedern Europas größte Interessen­vertretung der Biogas-Branche. Er vertritt bundesweit Hersteller, Anlagenbauer und landwirt­schaftliche wie industrielle Biogasanlagenbetreiber. Die Biogas-Branche hat in den ver­gangenen Jahren ca. 11.000 krisensichere Arbeitsplätze zumeist in ländlichen Regionen geschaffen. Weitere Informationen unter www.biogas.org

19. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas unter dem Motto „Biogas – die Energie künftiger Generationen“ mit großer Biogas-Fachmesse (285 Aussteller), Workshops und Lehrfahrt vom 2. – 4.02.2010 im Congress Center Leipzig.
Infos unter: www.biogastagung.org

Download: PM 02-2010.pdf