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Biogas 2012: großes Interesse aber gedämpfte Erwartungen

Bremen 11.01.2012.
Mit zurückhaltendem Optimismus startet die Biogasbranche in das Jahr 2012. Das zum 1. Januar in Kraft getretene novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2012) wird von den meisten Akteuren kritisch betrachtet. „Die Branche muss nun zeigen, dass sie auch aus schlechteren Rahmenbedingungen das Beste macht“, forderte der Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., Josef Pellmeyer, im Rahmen einer Pressekonferenz auf der 21. Jahrestagung in Bremen. Er bedauerte, dass die Bundesregierung auf ihrem Weg zur Energiewende das Multitalent Biogas nicht optimal einsetzt: „Die bedarfsgerechte Bereitstellung von Energie und seine Spitzenlastfähigkeit machen Biogas im Mix der Erneuerbaren unersetzlich. Leider hat man mit dem EEG 2012 nicht den optimalen Weg gefunden, um dieses Potenzial noch stärker zu fördern.“ Was getan werden muss, damit Biogas seinen Anteil zur Energiewende beitragen kann, stellte der Fachverband Biogas in einem 10-Punkte-Maßnahmenpaket auf der Jahrestagung vor. Neben der politischen Forderung nach einem Erneuerbaren Gas Einspeise- und Speichergesetzes (EEGasG) will der Fachverband Biogas weiter daran arbeiten, die Biogaserzeugung noch effizienter, nachhaltiger und flexibler zu machen.

Trotz oder gerade wegen der angespannten Situation ist die Jahrestagung des Fachverbandes Biogas erneut der Publikumsmagnet zum Jahresbeginn. Zahlreiche Gäste aus mehr als 16 Ländern tauschen sich vom 10. bis 12. Januar in Bremen aus, informieren sich bei den Plenarvorträge oder auf den elf Workshops über aktuelle Forschungsergebnisse und neue Vorschriften und besuchen die weltgrößte reine Biogas-Fachmesse mit mehr als 430 Ausstellern. „Die Resonanz auf die 21. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas ist mehr als erfreulich. Hoffentlich gehen positive Signale von der Veranstaltung aus“, sagte Pellmeyer.

Mehr als 40.000 Menschen sind derzeit in der Biogasbranche beschäftigt – deren Arbeitsplätze gilt es, auch künftig zu sichern und auszubauen. Besonders die Firmen sind nun gefordert, auf die geänderte Gesetzeslage zu reagieren. „Bezahlbare Anlagen unter 75 kW werden gefragt sein, außerdem die neue Marktprämie und gute Wärmekonzepte; Alternativen zum Mais müssen gefunden werden – und allgemein die Effizienz der Anlagen weiter verbessert. Für die Biogasfirmen wird 2012 ein spannendes und herausforderndes Jahr“, konstatiert der Sprecher des Firmenbeirates, Hendrik Becker. Ein neues Betätigungsfeld sieht er im Repowering bestehender Anlagen und im weiteren Ausbau des Auslandsgeschäftes. Viele deutsche Biogasfirmen haben bereits Erfahrungen im Export gemacht oder Tochterunternehmen jenseits der heimischen Grenzen gegründet. Deutschland ist nach wie vor Weltmarktführer in dieser zukunftsweisenden Technologie und hat nun – bei einem schwächeren Inlandsmarkt – die Chance, dieses Know-how verstärkt in die Welt zu tragen. Länder wie beispielsweise Groß-Britannien, Polen und Frankreich, aber auch die USA und China zeigen großes Interesse am Ausbau der Biogasnutzung im eigenen Land.

Download: 12-01-11_PM_ PK-Jahrestagung.pdf