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COP 21: Biogas schützt das Klima

+++ Mehr als 21 Millionen Tonnen CO2-Vermeidung durch Biogas – allein in Deutschland +++ Riesiges Klimagas-Einsparpotenzial durch konsequente Güllevergärung +++ Gefahr von Stagnation und Anlagenrückbau beim Weltmarktführer Deutschland +++

Freising 09.12.2015.
Dass sich schnell etwas ändern muss, darüber sind sich die Vertreter der 195 Länder auf der Klimakonferenz in Paris einig. Und dass die Erneuerbaren Energien der Weg zur Begrenzung der Erderwärmung sind, auch darüber herrscht weitgehend Konsens. Nur wie dieser Weg im Detail aussehen soll – darüber wird heftig diskutiert. Sowohl in Paris als auch in Berlin.

„Mit Biogas steht uns ein speicherbarer Energieträger zur Verfügung, der allein in Deutschland im Jahr 2015 mehr als 21 Millionen Tonnen CO2 vermieden hat, die bei der Erzeugung von Strom und Wärme durch fossile Quellen entstanden wären“, betont der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Und auch als Kraftstoff leistet zu Biomethan aufbereitetes Biogas einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, wie der Erfahrungsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung belegt: ein mit Biomethan betriebener PKW emittiert über 70 Prozent weniger Treibhausgase als ein vergleichbarer Benziner.

Als Teil des landwirtschaftlichen Produktionsprozesses leisten Biogasanlagen darüber hinaus einen beachtlichen Beitrag bei der Vermeidung von Methanemissionen. Das im Vergleich zu CO2 um ein vielfaches klimaschädlichere Methan entsteht bei der offenen Lagerung von Gülle – und gelangt von dort direkt in die Atmosphäre. In Biogasanlagen wird Methan aus Gülle aktiv erzeugt, aufgefangen und zu Energie umgewandelt. Rund drei Viertel der in den deutschen Ställen anfallenden Gülle wird bislang noch nicht in Biogasanlagen vergoren. Das ist nicht nur ein ungenutztes energetisches Reservoir – hier liegt zudem ein bedeutendes Klimagas-Einsparpotenzial: knapp sieben Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zusätzlich könnten allein in Deutschland durch die konsequente Vergärung der Gülle in Biogasanlagen der Atmosphäre erspart bleiben. EU-weit ließen sich 45 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch güllebasierte Biogasanlagen vermeiden.

93 Prozent der Deutschen halten den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien für wichtig bis außerordentlich wichtig, wie eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im August dieses Jahres ergeben hat. Dennoch bremst die Bundesregierung die Entwicklung massiv ein – besonders im Bereich der Biogasnutzung. Der Neubau tendiert gegen Null – und ohne klare Rahmenbedingungen wird der Anlagenbestand schon in den nächsten Jahren massiv zurück gehen. Anstatt offene Probleme anzupacken und zu beseitigen wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

„Die kommerzielle Biogasnutzung in Deutschland ist jetzt 15 Jahre alt. In dieser Zeit ist vieles sehr gut gelaufen – aber es gab natürlich auch ein paar Probleme. Aber ich würde doch mein 15-jähriges Kind auch nicht rausschmeißen, wenn es mal ein paar Schwierigkeiten gibt. Dann setzt man sich zusammen und findet gemeinsam Lösungen. Genau das wünschen wir uns auch von der Bundesregierung“, sagt da Costa Gomez.

In den vergangenen 15 Jahren haben die Biogasanlagen-Betreiber immer wieder vor neuen Herausforderungen gestanden – und diese gemeistert. Nicht umsonst ist Biogas „Made in Germany“ weltweit gefragt. Biogas ist ein wichtiger Teil des Weges, den die Welt so bald wie möglich gehen muss.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.


Der Fachverband Biogas e.V. vertritt die Biogasbranche im Dachverband der Erneuerbaren Energien, dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Mit rund 4.800 Mitgliedern ist er Europas größte Interessenvertretung der Biogas-Branche. Der Fachverband Biogas e.V. setzt sich bundesweit ein für Hersteller und Anlagenbauer sowie landwirtschaftliche und industrielle Biogasanlagenbetreiber.


Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61/98 46 63
Mail: andrea.horbelt@biogas.org
Fachverband Biogas e.V.
Sandra Rostek
Referatsleiterin Politik
Tel. 030/2 75 81 79 13
Mail: sandra.rostek@biogas.org